Schwerpunktkuren

„Pflegende Angehörige“ - Mutter & Kind-Schwerpunktkur für pflegende Angehörige

Anhand demographischer Daten und Beobachtungen wird sich in den kommenden Jahren die Zahl der zu Pflegenden altersbedingt um das Zwei- bis Dreifache erhöhen. Das bedeutet, dass damit auch automatisch die Zahl der pflegenden Angehörigen steigen wird.

Zu den pflegenden Eltern zählen alle Personen, die sich die Pflege von Angehörigen aus dem Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis zur Aufgabe gemacht haben. Hierzu zählt sowohl die Pflege von erwachsenen Personen, als auch die Pflege von behinderten Kindern und Jugendlichen.

Die Pflege findet dabei in der Regel im häuslichen Milieu statt. In diesen Fällen leben die Pflegenden mit den zu Pflegenden in einer Wohngemeinschaft. Dies führt oftmals zu einem hohen persönlichen Kraftaufwand, der den Pflegenden bis an die Grenze seiner Belastbarkeit führt. Nicht selten müssen zu Pflegende bis zu 24 Stunden, das heißt Rund-um-die-Uhr, betreut werden. Hierbei können professionelle Kräfte, in Form von ambulanten Pflegediensten, unterstützend mit einbezogen werden. Aus finanziellen Gründen ist dies jedoch oftmals nicht möglich, da die professionelle Pflege von Angehörigen sehr viel Geld kostet. Alternativ bleibt den Pflegenden häufig nichts anderes übrig, als kurz- oder langfristig ihren Beruf aufzugeben, um die kostenintensive Pflege ihrer Angehörigen selbst in die Hand zu nehmen.

Wie Zahlen zu entnehmen ist, waren im Jahr 2013 bereits mehr als 2,6 Millionen Menschen in Deutschland im Sinne des geltenden Rechts pflegebedürftig (Tendenz steigend). Ein Großteil der zu Pflegenden davon lebte zuhause und wurde von Angehörigen versorgt. Da ein Teil der Pflegenden häufig noch zusätzlich im Berufsleben steht und die Pflege nicht selten nach einem kompletten Arbeitstag durchgeführt werden muss, kann es aufgrund der hohen Belastungen zu einer totalen Überforderung der pflegenden Angehörigen kommen. Darüber hinaus sind sie häufig sowohl pflegerischen, rechtlichen aber auch finanziellen Hürden ausgesetzt. Erschwerend kommt hinzu, dass die Arbeit mit den Pflegenden hierzulande als selbstverständlich hingenommen wird. Oftmals wird dies noch nicht ausreichend akzeptiert und unterstützt. Die Pflegenden fühlen sich dadurch zunehmend sozial isoliert und hilflos.

Typische Krankheitssymptome wie Erschöpfung, Burnout und Depression finden sich nicht selten und sind Ausdruck einer chronischen Überforderung und angekommener Hilflosigkeit.

Die Klinik Nordseedeich macht sich daher zur Aufgabe, dieser für die pflegenden Mütter hilfebedürftigen Situation mit einer spezifischen Mutter & Kind-Kur Rechnung zu tragen. Die pflegenden Mütter sollen die Möglichkeit erhalten, in einer dreiwöchigen Kur eine Auszeit zu nehmen. Dabei legt das Team der Klinik Nordseedeich im Sinne des bio-psycho-sozialen Modells der WHO zielgruppenspezifisch ihr besonderes Augenmerk auf die chronische Belastung der pflegenden Mütter und deren psychosomatischen Folgen.

Im Rahmen der primär- und sekundärpräventiven Leistungen werden diese Lebenszusammenhänge (Kontextfaktoren) berücksichtigt und während einer stationären Vorsorgemaßnahme in einer ganzheitlichen Therapie unter Einbeziehung psychologischer, psychosozialer gesundheitsfördernder Hilfen entgegengewirkt.

Zielgerichtet wird der Erfahrungsaustausch von Müttern genutzt, um die eigene Lebenssituation zu verbessern.

Dazu werden zu den unten angegebenen Terminen themenspezifische therapeutische Angebote wie psychologische Gruppen- und Einzelgespräche in die klassischen Therapien eingebunden.


Termine 2016:
24.02.2016 - 16.03.2016
23.11.2016 - 14.12.2016

Termine 2017:
01.03.2017 - 22.03.2017
10.05.2017 - 31.05.2017
13.09.2017 - 04.10.2017
15.11.2017 - 06.12.2017

 

Mindestteilnehmerzahl: 4 
Höchstteilnehmerzahl: 10