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Koordinationstraining: Bewegen mit Köpfchen

„Was ist eigentlich Koordination“, fragen manchmal unsere jungen Patienten. Und ihre Eltern wollen wissen: „Was machen Sie da eigentlich mit unseren Kindern?“

Gerne wollen wir Ihnen hier einen kleinen Einblick in diese Therapieanwendung geben.

Vielseitige Fähigkeiten, vielseitiges Training

Koordinationstraining wird im Allgemeinen gerne unterschätzt und vernachlässigt. Nicht so bei uns!
Bunt und lustig, ruhig und besonnen, manches Mal auch wild, jedoch stets altersgerecht geht es in unserem Koordinationstraining mit Kindern zu. Balancieren, hüpfen, rollen, durch den Raum rennen, ohne mit anderen Kindern zusammenzustoßen. Tücher, Hula-Hoop-Reifen, Hütchen, Bälle, Säckchen, Musik, Trampoline – wir schöpfen aus dem Vollen und setzen unser zahlreiches Material bei den Therapieanwendungen mit unseren jungen Patienten ein.
Doch nicht immer müssen Geräte unterstützen. Das Entscheidende haben wir stets "dabei": unseren Körper, für den es tolle Übungen gibt. So nehmen sich die Kinder beispielsweise an der Hand und führen sich gegenseitig kreuz und quer durch den Raum. Vertrauen und fühlen, den eigenen Körper wahrnehmen – auch das ist ein Teilbereich der Koordinationsfähigkeit.

Die sportwissenschaftlichen Hintergründe

Um besser zu verstehen, was hinter unseren Übungen und Sportspielen steckt, lohnt sich ein kleiner Exkurs in die Bewegungswissenschaft. Die Koordinationsfähigkeit wird unterschiedlich definiert und diskutiert. Ganze vierzehn Modelle zur Erfassung der Koordination sind erstellt worden. Der kleinste gemeinsame Nenner dieser Modelle stellt die Definition nach Hirz dar:

  • Gleichgewichtsfähigkeit
  • Komplexe Reaktionsfähigkeit
  • Kinästhetische Differenzierungsfähigkeit
  • Räumliche Orientierungsfähigkeit

Um beispielsweise einen Ball fangen und werfen zu können, müssen viele komplexe Abläufe reibungslos stattfinden, damit das Vorhaben klappt – und sich auch gut anfühlt. Aus dem Zentralnervensystems kommt der Befehl an die Muskulatur; diese muss in der Lage sein, diesen Impuls zu empfangen, umzusetzen. Der Mensch kombiniert verschiedene Teilbewegungen zu einer fließenden Bewegung und schafft es dann, die Hände zum Ball zu bewegen und diesen dann festzuhalten. Und die oben aufgeführten einzelnen Merkmale werden Sie sicher in diesem Beispiel erkennen.

Koordination als Prävention und Prophylaxe

Zwischen dem 6. und 10. Lebensjahr ist die Lernfähigkeit im Bereich der koordinativen Fähigkeiten besonders groß. Der Grund dafür ist, dass sich in diesem Alter grundlegende Funktionen des Zentralnervensystems besonders stark entwickeln. Daher hat unser Klinik-Team das Koordinationstraining mit Kindern als einen wichtigen Bestandteil des Therapieplans fest im Programm.

Eine gute Koordinationsfähigkeit kann uns auch helfen, sicherer durchs Leben zu kommen. Wir haben dann die Fähigkeit , uns die Nase zu putzen, dabei zu gehen und um andere Menschen herumzulaufen und eben keine Zusammenstöße zu produzieren. Oder wir haben beim Autofahren keine Schwierigkeiten das Zusammenspiel von Kupplung, Gas, Schaltung, Lenkrad zu meistern; dabei die Straßenlage zu beobachten, bewerten und zu reagieren, wenn ein Kind plötzlich auf die Straße rennt.

Fazit: Koordinative Fähigkeiten sind wichtig!
Das Gehirn joggt mit, wir bewegen uns mit allen Sinnen. Von diesen Fähigkeiten können profitieren, ganz gleich in welchem Alter.

 

Gerade im Zeitalter der Medien und Digitalisierung drohen koordinative Fähigkeiten zu verkümmern. Kein Wunder, dass Sportmedizinier und Sportwissenschaftler füreine Aufwertung koordinativer Tätigkeiten im Gesundheitssport plädieren. In unserer Klinik sowieso schon lange Usus. Und unsere Therapeuten werden regelmäßig in diesem Bereich geschult und fortgebildet – wie zuletzt bei einer Fortbildung in Lübeck.